Shannon-Forum

Autor Thema: Meine duemmsten/peinlichsten Momente als Freizeitkapitaen  (Gelesen 48719 mal)

Offline ukmueller

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 817
Hi y'all

OK, auf Pablos' Herausforderung reagierend hab ich mir dann den Mut genommen einen neuen Thread zu oeffnen,

Ernst beseite, echt eine gute Idee, haett ich nur etwas beizutragen. Leider sind mir nie dumme/peinliche Momente passiert, wenn dies je in der Naehe meines Bootes beobachtet wurde, zweifelsohne war die Deckscrew dran schuld.

Ernst nochmal beiseite, doch, da gibt es schon dies und das was in meinen vielen Fahrten vorgekommen ist, hab auch kein Problem demnaechst drueber zu schreiben (wo es doch sowieso immer Renee's Schuld war).

gruss
Uve, Massachusetts
« Letzte Änderung: 30.08.2012, 04:34 von ukmueller »
....and may I die in Ireland.

Offline paolo

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 1468
    • die unglaublichen Erlebnisse eines Bootfahrers
Hi Uve,
sehr witzig, sehr geistreich!

Aber wenn du dich schon erdreistest, einen Thread mit meinem Namen im Betreff zu verfassen, dann schreib den Namen wenigstens richtig. Ich heiße paolo, nicht Pablo.
Und wenn du mich schon zitierst, dann bitte richtig. Der Thread sollte heißen "Meine duemmsten/peinlichsten Momente als Freizeitkapitän".

paolo
« Letzte Änderung: 30.08.2012, 10:02 von Stevie »

Offline HJ

  • Verified User
  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 186
Da hätte ich einiges zu bieten.
Ein kleiner Einstieg.
1985 - der erste Törn überhaupt - Burgund.
Immerhin schafften wir es, vom Canal de Bourgogne in den grösseren Fluss
Yonne zu gelangen. Es war Sonntag kurz vor Auxerre.
Herrliches Wetter und ganz viele Spaziergänger, die sich, glaube ich, alle an
der Schleuse verabredet hatten. Allein der Umstand, dass nur ein Tor geöffnet
war, verursachte schon Panik. Und das Publikum stand voller Vorfreude oben, um
genau zu beobachten, ob wir auch reintreffen.
Reingetroffen haben wir...
...dabei aber vergessen fest zu machen. Dauerte nicht lange und das Boot hatte
sich gedreht.
Nur rückwärts aus der Schleuse wollten wir eigentlich nicht fahren!!!!javascript:void(0);
Hochrote Köpfe auf der einen Seite und beschwingte Franzosen auf der anderen Seite.
Gruss
HJ

 
« Letzte Änderung: 30.08.2012, 10:02 von Stevie »

Offline ukmueller

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 817
Lieber Stevie,

koenntest Du bitte den thread umbennen in "Meine duemmsten......"

Danke.

Und Paolo, wollte Dir nicht auf den Schlips treten, scheine es jedoch getan zu haben. Tut mir leid. Und Hochachtung dafuer dass Du Dein Missgeschick mit uns geteilt hast.

Mindestens einen Beitrag zum thread versprech ich schon mal.

gruss

Uve
« Letzte Änderung: 30.08.2012, 04:47 von ukmueller »
....and may I die in Ireland.

Offline bádoir

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 2528
  • Irland sehen- und leben!
    • http://www.dazukommichn.ie
Liebe schadenfrohe Gemeinde!

Nun warten wir auf Uves dümmste/peinlichste Erlebnisse.

Vergebens.

Schnell die Vermutung von mir weisend, dass seine grauen Zellem ihn allmählich im  Stich lassen, bleibt nur der Schloß, dass er der perfekte Seemann ist,  dem keine Pannen passieren.

Beides triftt auf mich nicht zu (zumindest Punkt 2 unterliegt ja noch einer gewissen Selbstkontrolle). Also gut, dann fange ich mal an.

Die von mir bevorzugten Bargen haben einen großen Vorteil: Sie sind meist mit einem Holz/Torf – Ofen ausgestattet. Der verbreitet eine unübertroffene Stimmung unter Deck, besonders, wenn es in Irland einmal regnen sollte.

So freute ich mich auch diesmal auf einen ersten Abend auf dem Boot. Davor stand ein Transfer, der mit einigen Problemen begann (übrigens der einzige Fall in vielen Urlauben). Zu guter letzt  kutschierte ich dann spät abends als einziger Fahrgast in einem Dreiunddreißigsitzer von Martins Coaches (keine Vermutungen zu meinem Lebendgewicht, bitte!) gen Ballinamore.

In die Freude, wieder in Irland zu sein und die Vorfreude auf einen gemütlichen Bootsabend mischte sich doch eine gewisse Sorge, ob so spät abends bei Riversdale noch jemand wach ist.

Da- es brannte noch ein einsames Licht im Fenster! Und siehe da, es erwartete mich die nicht übel anzusehende Juniorchefin im Negligé   – ach Quatsch! -  im pinkfarbenen Tracksuit, und händigte mir die Schlüssel zu  meinem Boot aus.

Auch gut.

Schnell die Koffer verstaut, die vorbestellten Vorräte waren auch da, da hieß es nur noch, den Ofen anzuzünden. Mit diesem Ritual hinlänglich vertraut, konnte  eigentlich nichts schiefgehen.  Zwei zerknüllte Seiten der Irish Times, darauf die bereitliegenden trockenen Zweige und dann etwas Holz und schließlich anzünden. Das Papier brachte pflichtgemäß die Zweige zum brennen, diese wiederum entzündeten das Holz. Alles gut......

 Aber was ist das??? Das Innere des Ofens füllte sich mit Rauch, und das Holz wollte nicht  so recht weiterbrennen.

Kein grundsätzlich neues Problem, wenn das Ofenrohr noch kalt ist. Also kräftig pusten, bis sich alles dreht – Pustekuchen! Das Holz brannte jetzt zwar, doch der Ofen schickte den ganzen Rauch ins Boot. Den Geruch von Holzfeuer weiß ich zwar durchaus zu schätzen, doch nur, solange der Ofen im Dunst noch zweifelsfrei zu erkennen ist. Dies war nicht mehr der Fall.

Nicht mit mir!

Ein Kerzenstummel in der Kombüsenschublade brachte Erleuchtung.  Zerkleinert auf das brennende Holz gegeben, entfesselte er ein Inferno im Ofen, aber der zusätzliche Rauch bereicherte das olfaktorische Fiasko nur noch um eine weihnachtliche Note.

10 Wochen zu früh.

Unflätige Worte murmelnd, wollte ich draußen nach dem rechten sehen. Irische Nächte in der Pampa, das wißt Ihr sicher, sind mangels kontinentaleuropäischer „Lichtverschmutzung“ so dunkel, wie die Nacht nur sein kann.  Doch der Blick auf den Kamin ließ schemenhaft etwas Rauch erahnen, auch war kein Nest der Jackdaws darauf zu erkennen (eine auf  irischen Häusern gelegentlich  beobachtete  Fehlerquelle für schlecht  ziehendes Kaminfeuer). Ich war ratlos.

Wieder unter Deck, merkte ich, wie gut der Sauerstoffstoß meinen Hirnzellen getan hat.  Denn ich merkte  auf einmal, dass zwei Dinge fehlten:

1.   Luft zum Atmen.
2.   der Aschenkübel.

Da kam die Erleuchtung:  Er befand sich kopfüber auf dem Kamin als Abdeckung, wie es in Bargenfahrers Kreisen durchaus üblich ist. In Form und Farbe dem Kamin angeglichen, fiel er mir in der Dunkelheit  erst nicht auf. Ach du Sch……….!

Gerne würde ich diese Geschichte mit der Ausrede schließen, daß es mein erster Urlaub war. Aber nein, es war so ungefähr der Zehnte  auf einer Barge; obendrein habe ich selber schon in längeren Heizpausen den Kübel auf den Kamin gestülpt, damit gelegentlich einsetzender Regen nicht in den Ofen läuft.

Kurz und schlecht, das war mein peinlichstes Erlebnis.

Oder vielleicht nicht? Da wäre dann vielleicht noch ……. (Fortsetzung folgt)

bádoir


« Letzte Änderung: 01.09.2012, 19:18 von bádoir »

Offline ukmueller

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 817
Liebe schadenfrohe Gemeinde!

Nun warten wir auf Uves dümmste/peinlichste Erlebnisse.

Vergebens.

Schnell die Vermutung von mir weisend, dass seine grauen Zellem ihn allmählich im  Stich lassen, bleibt nur der Schloß, dass er der perfekte Seemann ist,  dem keine Pannen passieren.


Mann, Badoir, sei doch nicht so ungeduldig. Es dauert etwas weil ich gegenwaertig damit zu tun habe weitere Pannen zu vermeiden, die in diesen thread passen wuerden.

Aber hier ist mal eine die mit unserem Lieblingsgewaessern zu tun hat und voll in die Kategorie dumm/peinlich gehoert: (ich hab dann noch andere die in die Kategorie stupid/embarrassing gehoeren)

Der Schleusentor vorm Schleusentor

Es war 1995, meine Renee und ich waren auf einer Tara 36 unterwegs.

Wir hatten die Tara aus der Rose Wharf bei Carrick o. Sh. fuer eine Woche und ich ueberschlug die Distanzen und meinte CoS - Belleek und retour waer ja wohl kein Problem. Denkt bitte daran, dass es damals kein Shannon-Forum gab mit vielen Experten und den Hinweisen vor den Gefahrenlinien zwischen den sicheren Gebieten des Lough Erne und dem Lower Lough Erne, von dem wir heute wissen, dass er haeufig und unmittelbar von white horses und Karwenzmaennern heimgesucht wird.

Da wir von den Gefahren nichts wussten kamen wir problemlos durch und waren nun auf dem Rueckweg durch den SEW nach Carrick. Der Terminplan war nun doch etwas draengend und wir mussten Zeit machen.

So fanden wir uns vor der Lock 8, der letzten Schleuse, die vom Norden/Osten aus aufwaerts ging. Es ist, glaub ich, auch die mit der hoechsten Steigung. Ich setzte Renee an dem Anleger vor der Schleuse ab damit sie die Schleuse bedienen konnte.

Ich dachte, dauert ja nicht lange, brauchst Du gar nicht festmachen,  treibst Du einfach mal vor dem Schleusentor bis Renee das Tor aufmacht. Da trieb ich Tor nun vor dem Tor bis ploetzlich die Hoelle losbrach und Wildwasser aus dem Schleusentor das Boot erfasste und den Bug seitlich wegriss und  mit einem ordentlichen Knall gegen die Steimauer schlug.

Keiner hat's gesehen, auch Renee oben auf den Schleuse nicht. Es ist also nie geschehen und ich verlass mich auf Eure Diskretion. Die Taras waren Stahlboote und ich hab gesehen, dass an der Bugverschanzung eine kleine Delle entstanden war. Bei naeherer Betrachtung sah ich, dass diese kleine Delle sich nahtlos in viele andere kleine und groessere Dellen einreihte.

Dies ist ein Fehler den jeder Bootsmann nur einmal macht, er wird sich immer dran erinnern.

Von diesen einmaligen Fehlern hab ich einige, spaeter mal.

Und Badoir, Puetz auf dem Schornstein???  Paolo, Schwaenen beim Schwaenigeln zukucken und Marker rammen?  HJ, Pirouette in der Schleuse?  Wirklich?

gruss
Uve
« Letzte Änderung: 02.09.2012, 04:46 von ukmueller »
....and may I die in Ireland.

Offline paolo

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 1468
    • die unglaublichen Erlebnisse eines Bootfahrers
Nicht schlecht Uve!
Badoir, hätte gern deinen Gesichtsausdruck gesehen, als die Erleuchtung plötzlich über dich herein brach... :)

Hier von mir noch der absolute Schleusenklassiker:

Vor fünf oder sechs Jahren hatte ich mit meiner Frau und meinen drei Kindern auf der Charente in Frankreich ein Boot für eine Woche gechartert.
Die Strecke führte uns durch die wunderschöne Gegend von Cognac.

Die Schleusen musste man alle selbst bedienen, keine Halbautomatik wie auf dem SEW, sondern alles komplett per Hand und Kurbel.
Wir führen zu Tal in eine bereits geöffnete Schleuse hinein. Direkt sn der Schleuse gab es ein kleines Gasthaus mit einem Shop, wo man neben Andenken auch Cognac und Armagnac kaufen konnte.
Meine Familie wollte vor dem Bedienen der Schleuse da unbedingt rein. Da kein Boot vor oder hinter uns war, gabs da von mir auch keine Einrede.
Ich hatte aber keine Lust zum shoppen, machte daher das Boot in der Schleuse an der Eisentreppe mit zwei halben Schlägen fest, nahm meine Angel und blinkerte vom Heck aus das Oberwasser ab. Erfolglos, ... klar.
Nach ein paar Minuten kam mein Weib mit den Kindern aus dem Shop heraus, brachte mir eine Tüte mit französischer Salami und einer Flasche Rotwein und fragte mich, ob sie jetzt die Schleuse bedienen sollte.
Ich sagte, klar, gib Gas, holte meinen Blinker ein, verstaute die Angel und sah meiner Frau und den Kindern zu, wie sie zum Schleusentor trotteten, das Tor schlossen und danach die Schütze am Untertor öffneten.
Da stand ich in der prallen Mittagssonne und sah meinen Liebsten zu, wie sie sich abplagten.

plötzlich hatte ich irgendwie ein ungutes Gefühl, mir schwante, dass etwas nicht stimmte, wusste nur noch nicht was...

Nur als sich das Boot auf ein Mal zur Backbord Seite neigte, war mir alles klar. Ich Volldepp hatte das Boot ja bei Einfahrt in die Schleuse an der rechten Mittelklampe an der Schleusenleiter festgemacht...
Ich schrie STOP, STOP! Aber mich hörte keiner. Ich sah zur Mittelklampe, die schon ziemlich ächzte. Das Boot hatte schon kräftig Schlagseite und das Seil lies sich absolut nicht mehr lösen, die beiden halben Schläge erledigten ihren Job perfekt.

Ich sprang in die Küche, holte aus der Schublade das lange Brotmesser heraus, stürzte wieder raus zur Mittelklampe und schnitt das bereits völlig steife Seil durch.
Das Boot krachte richtig ins Wasser, schaukelte ein paar mal wild hin und her, ... und dann war endlich Ruhe. Nur mein Puls war auf 180, mein Herz stand kurz vorm Herzinfarkt...

Die Reste vom Seil ließ ich an der Leiter hängen, als Warnung für nachfolgende Freizeitkapitäne.
Meine Frau hatte das Schleusentor mittlerweile geöffnet und wartete laut lachend mit den Kindern am unteren Steg, wo ich sie mit immer noch zittrigen Knien wieder aufnahm.
Mein vorlauter Sohn kam kopfschüttelnd aufs Boot und meinte nur: Papa, das üben wir aber noch einmal.
Am liebsten hätte ich den Bengel da ins Wasser geworfen :)

Was lehrt uns das?
Mache niemals dein Boot in einer Schleuse fest. Jedenfalls nicht, wenn es zu Tal geht...
Das sagt dir aber auch jeder Bootsvermieter bei der Einweisung, du lernst es, wenn du den Bootsführereschein machst, und es steht auch ganz fett in jedem Lehrbuch.

Na ja, wenn mein Weib nicht auf die völlig überflüssige Idee gekommen wäre, unbedingt einkaufen gehen zu müssen, wäre mir das mit Sicherheit erspart geblieben.

Übrigens: die Mittelklampe hat bestens gehalten, dem Boot ist nichts passiert, nicht mal ein Kratzer...

paolo


Offline HJ

  • Verified User
  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 186


Paolo, bist Du sicher, das es in Frankreich war?
Und nicht an Schleuse 7 Ballyduff !!!???
Gruss
HJ

Offline oliver k.

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 2428
  • ....könnte gleich wieder losfahren!!
    • Die Tourseite
.... ist schon paar Jahre her und ich war eigentlich nicht unmittelbar betroffen, aber trotzdem irgendwie mit dabei.

Wir waren (damals noch mit 'ner "Mayo") von Banagher Richtung Killaloe unterwegs.
Der Look Keeper von Meelick Lock befand sich, nehme ich an, in seiner wohlverdienten Mittagspause. Als wir kamen, stand das Tor offen und ein Boot war bereits in der Schleuse. An den genauen Typ kann ich mich nicht mehr erinnern. Es war aber nur geringfügig größer als unsere Mayo und, glaube ich, von Emerald Star. Wir sind dann auch in die Schleuse gefahren, haben uns backbord daneben gelegt und sind mit der anderen Crew ins Gespräch gekommen.

Die andere "Crew" war recht überschaubar. Es handelte sich um zwei Typen aus England. So wie die drauf waren bzw. aussahen, mussten die schon etwas länger in der Schleuse liegen. Der "Käpt'n" war ja noch halbwegs ansprechbar, aber sein Kumpel, der vorne am Bug stand, hat nur noch sporadisch mit dem Kopf genickt oder gewackelt. So richtig klare Bilder haben die aber bestimmt beide nicht mehr gesehen. Der "Käpt'n" oder sagen wir, der, der am Steuer stand, hat uns dann auch sofort 'ne Flasche Whiskey zum verkosten gereicht. Anstandshalber und da wir nicht wirklich bekennende Limotrinker sind, haben wir alle mal dran "genippt".  ;)

Als wir uns dann so in fröhlicher Runde gegenseitig die tollsten Erlebnisse erzählt und ab und zu an der Pulle genippt haben, wurde der Skipper vom anderen Boot, mit dem ich gerade noch auf Augenhöhe stand, plötzlich immer "größer". In dem Moment als ich realisierte was da gerade passiert, waren auch schon stark ächzende und stöhnende Geräusche zu vernehmen. Der Typ mir gegenüber wurde immer größer und größer und hat's dann zum Glück auch gerafft. :o

Instinktiv habe ich nach einem Fahrtenmeser, was zufällig in der Nähe lag, gegriffen, als mein Gegenüber lautstark "Give me a knife! Give me a knife!" rief. Ich habe das Ding dann sofort zu ihm "hoch" geworfen und er hat's zum Glück auch auf anhieb gefangen. Mit den Worten "Hold on!!", hat er dann die Seile gekappt. Die darauf folgende, plötzliche "Wassserverdrängung" in der Schleuse, hat seinen Kumpel am Bug komplett und mich fast von den Füßen geholt.

Meine Crew handelt zwar auch nicht immer ganz "Lehrbuchkonform" und manchmal braucht's auch mal 'nen Anschiss, aber die Seile ind der Schleuse "fest"-machen, ist ein absolutes Tabu. Selbst dann, wenn evtl. noch geringste Mengen "Rest"-alkohol im Spiel sein sollten.  ;D

Grüße
   Oliver
  
« Letzte Änderung: 03.09.2012, 21:34 von oliver k. »
Mein (unser) "Tagebuch" und Fotos auf
http://www.okhome.de

Offline paolo

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 1468
    • die unglaublichen Erlebnisse eines Bootfahrers


Paolo, bist Du sicher, das es in Frankreich war?
Und nicht an Schleuse 7 Ballyduff !!!???
Gruss
HJ


Frankreich, Hj, Frankreich, nix Ballyduff.
Aber ziemlich genau die gleiche Leiter ... :)

Bin übrigens morgen am Erne. Wenn's einschneidende Erlebnisse gibt, werde ich sie hier berichten, haha.

Offline Volpi

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 524
Auch Frauen kann so manches passieren... aber dann nur 1 Mal ::)

Beim ersten Bootstrip 1996 war ich noch zurückhaltend, aber 1998 doch mutiger. Wir waren mit einer Carlow von CC unterwegs.
Der Kapitän und "Familienversorger in Sachen Fisch" war mit Dingi und Angelzeug am Schilfrand zurückgelassen worden. In Sichtweite, vor der Brücke Roosky, am Anleger ohne Landzugang, traute ich mir zu anzulegen (und auch wieder abzulegen). Mit von der Partie war die 12 jährige Tochter. Das Anlegen klappte auch problemlos.

Nach etwa einer Stunde begann es etwas zu regnen und ich suchte immer wieder mit dem Fernglas den Angler. Da wir noch keine Handys zur Absprache hatten, entschloss ich mich abzulegen und den Angler zu wieder an Bord zu nehmen. Ich lag mit dem Bug zur Brücke, die Stömung kam also von hinten. Zu meiner Tochter sagte ich, du kannst schon mal die HECK !!! LEINE lösen während ich versuchte den Motor zu starten. Dieser lies sich aber nicht starten.
 
Das durfte doch nicht wahr sein. Panik machte sich breit, weil ich auch bemerkte, dass sich das Heck langsam vom Anleger entfernte. Meine Tohter schrie: "Mama was soll ich machen. Ich kann das Boot nicht halten " Zur Panik hatte ich nun auch Angst um das Kind. Ich rannte dann zu ihr und habe den verbleibenen Rest der Leine wieder an der Bootsklampe befestigt. Wieder zurück zum Starter. Nichts tat sich, er ließ sich einfach nicht drehen. Mittlerweile war soviel Spannung auf der Leine, dass sie mit einem lauten peng riss und das Boot sich in der Strömung langsam mit dem Heck Richtung Brücke drehte. Wir hingen also nur noch mit einer Bugleine am Anleger fest.
Backbord und steuerbord Wasser, im Rücken die Brücke (Panik)
Wir zerschellen an der Brücke (Teuer Kaution)
Ich habe die Verantwortung für das Kind (Gesundheit/Tod)
Wie kann man nur so blöd sein und den Motor, wie geraten, nicht zuerst anlassen und dann erst die Leinen lösen. (Selbstvorwürfe)
Wenn es doch die Bugleine gewesen wäre (Doppelte Selbstvorwürfe)
Viele Gedanken und dann: ich brauche eiligst Hilfe. Ein flussaufwärts fahrendes Boot näherte sich und ich konnte ihn auf uns aufmerksam machen. Als Kapitän-Mann ;D sah / erkannte er die gefährliche Situation und er drehte bei, machte sich schnell fest am Anlager und kam über die Bugspitze an Bord.
Ich sagte aufgeregt und mit meinem damals holprigen englisch, dass ich den Motor nicht starten könnte.

Er fasste den Schlüssel, drückte ihn zur Entsicherung in das Schloss hinein und drehte ihn erst dann  in die Startposition. Sch..., warum hatte ich das nie beim Anlassen verfolgt oder selbst mal ausprobiert.
Der Motor lief, mir zitterten die Beine, ich bedankte mich herzlichst und dann haben wir ganz abgelegt und sind dem Angler, der von all dem nichts gemerkt hatte, entgegen gefahren.

Gruß an alle Irlandfreunde
Volpi

Offline Bernd Groten

  • Verified User
  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 288
  • Ich liebe dieses Forum!
 
Es geschah anno 1977 auf unser ersten Boostour. Nachdem  wir eine ausführliche Einweisung vom Eigner von Erne Maraine  über Technik und Fahrmanöver erhalten hatten, brannten wir förmlich darauf noch an diesem Spätnachmittag Richtung Enniskillen abzulegen. Bob, der Eigner von Erne Marine, gab noch den Hinweis, dass es in einer  Stunde dunkel würde. Die Fahrtstrecke betrug ca. 30 Minuten. Der vorher bestimmte Steuermann gab das Kommando "Leinen los" und unser erstes Manöver funktionierte so perfekt, als hätten wir Landratten nie etwas anders gemacht. Die Durchführung eines Übungsanlegemanöver wurde kurz diskutiert, aber auf grund der vorangeschrittenen Zeit und dem perfekten Ablegmanöver schnell verworfen. Nun tuckerter unser Boot Richtung Enniskillen. Die Karte studiert, Gefahrenpunkte makiert, im "schnellen Wasser" zwischen Hotel und Theater ein Wendemanöver gefahren, alles lief wie am Schnürchen. Wir waren Helden und das ganze war einen Paddy wert. In Enniskillen angekommen wurde am Schwimmbad der Anlegepunkt in Augenschein genommen und jeder nahm wieder seine Position ein. Da ich der Jüngste in der Crew war, sollte ich den ersten waghalsigen Sprung auf dem Steg machen und die Leinen am Heck und am Bug entgegennehemn. Gesagt getan, die Heckleine gefangen und um den Poller gewickelt....zum Bug gelaufen und rief meinem Vater zu, er solle mir die Leine zu werfen. Mein Vater schaute mich verduzt an un meinte, welche Leine, ich müsste ihm die Leine zuwerfen. Welche Leine fragte ich, wo ist die Leine, die du in Erne Marine losgemacht hast? Seine Antwort: "Die habe ich am Bug losgemacht und auf den Steeg geworfen."
Hecktisch suchten wir im ganzen Boot ein Ersatz für den Bootsfestmacher. Nichts zu finden. Also mussten wir wieder zurück. Im lezten Abendlicht haben wir dann Erne Marine erreicht. Bob war an dem Abend wenig erfreut uns wiederzusehen, das es zwichenzeitlich stockdunkel geworden war. Am anderen Morgen konnte er aber schon wieder mit uns darüber Lachen. Für diese Tour hatte mein Vater den Vogel abgeschossen.
In den folgenden 22 Jahren war er der perfekteste "Ab-und Anleger", musste sich aber nach jedem ersten Ablegemanöver die  Frage gefallen lassen: " Paul, alle Leinen an Board"

Viele Grüße

Bernd
« Letzte Änderung: 09.09.2012, 18:53 von Bernd Groten »

Offline oliver k.

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 2428
  • ....könnte gleich wieder losfahren!!
    • Die Tourseite

.... brannten wir förmlich darauf noch an diesem Spätnachmittag Richtung Enniskillen abzulegen.

Das erinnert mich an eine Story aus dem Jahre 2004.
Wir reisen immer Samstags an und starten dann (auf Grund der eingenommenen Destilate während der langen Anreise) normalerweise immer erst am Sonntag. Diesmal war aber alle anders. Wir waren schon ziemlich zeitig in Banagher. Das war (warscheinlich) der Grund warum unser Boot noch nicht fertig zur Übernahme war. Okay, kein Problem, der Tag ist ja noch lang und wir müssen sowieso noch Proviant einkaufen. Gesagt, getan. Ich habe dann also die Crew Bier holen geschickt und selber vor Ort die Stellung gehalten.  ;)

Eine der Angestellten forderte mich plözlich auf ihr zum Anleger zu folgen. Wir blieben vor einem ziemlich neuen und größeren Boot stehen. Sie schloss die Tür auf, bat mich mit an Bord zu kommen und fing an pausenlos auf mich einzureden. "Es handelt sich hier um ein Boot vom Typ 'Waterford', das ist eines de neuesten Modelle unserer Flotte, ist soundso lang, hat drei Nasszellen, drei Kabinen, blablabla …. usw.". Bisher dachte ich, daß ich die weiblichen Angestellten unseres Vermieters (zumindest vom Ansehen her) kenne. Diese war mir aber unbekannt, und in mir kam der Verdacht hoch, die ist extra dafür angagiert und ich befinde mich mitten in einer Werbe- oder Verkaufsveranstaltung.
Nachdem ich dann genau wusste wie der Kühlschrank, der Backofen, die Toiletten, der Gasherd, die Pumpen und das Steuer funktionieren, hat sie sich verabschiedet und mir den Schlüssel mit den Worten:"It's your key" in die Hand gedrückt. Ich:"What means your key?". Sie:"Your boat, it's a upgrade for free. Have a nice holiday!".  ???
Da stand ich nun auf dem "neuen" Boot mit dem Schlüssel in der Hand und wusste nicht so richtig ob ich mich wundern oder freuen soll. Da der Rest der Crew auf Proviantbeschaffung war, und mit ziemlicher Sicherheit wie gewohnt gerade bei J.J. Hough am Tresen stand, konnte ich meine Verwunderung oder Freude leider mit Niemandem teilen.

Irgendwann kam dann auch die restliche Crew vom Bier holen. Nachdem ich meine Freude über das Boot mit ihnen geteilt hatte, beschlossen wir auf Grund des guten Wetters schon am Samstag eine kurze "Probefahrt" zu machen und das schöne neue Boot zu testen.Nachdem wir ca. 1/2 Stunde unterwegs waren, viel mir auf, daß Holger nicht wie gewohnt unmittelbar nach Ablegen mit der Angel in der Hand seinen Platz eingenommen hatte. Ich fragte unseren Smutje:"Wo is'n eigentlich Dein Bruder?". Der antwortete ohne groß zu überlegen:"Kacken!". Nach weiteren ca. 30 Minuten sagte ich:"So lange kackt der doch aber nicht. Selbst mit Zeitung dauert das doch nie eine ganze Sunde.". Der Smutje unterstützte diese These, und wir beschlossen durchzuzählen. Das Ergebnis war "ernüchternd". Wir kamen nur bis Vier. Aber wir waren -zumindest heute Früh in Leipzig auf dem Flughafen- fünf Mann. Scheiße, Holger fehlt. Gas raus, Rückwärtsgang, Wenden und zurück. Als wir dann eine weitere Stunde später wieder angelegt haben, hatte es sich Holger längst mit 'nem Sixpack Guinness auf einer Bank in der Marina bequem gemacht. Seit dem ist vor dem Ablegen immer ein "Zählappell" angesagt.  ;D ;D ;D

Grüße
   Oliver
 
Mein (unser) "Tagebuch" und Fotos auf
http://www.okhome.de

Offline HJ

  • Verified User
  • Senior Member
  • ****
  • Beiträge: 186
ok, ich hab dann auch noch was.
Es war Ende der achziger Jahre. Bereits unsere 3 oder vierte Ausfahrt. Und die
hatte es auch in sich.
Wieder in Burgund. Start- und Zielpunkt Auxerre. Will heissen, eine Rundfahrt
von über 500 km mit ca. 240 Schleusen. Die einzelnen Fluss- und Kanaletappen
runter gebrochen auf 3 Wochen. Hat im übrigen auch hervorragend geklappt.
Insgesamt 6 Gewässer, für die selbstverständlich auch Karten gekauft werden mussten.

Und dann brach etwas die schwäbische Sparsamkeit durch. Sprich,für die 10 km Seine,
die wir zu durchfahren hatten, sparten wir uns das Geld. Devise war - immer in der Fluss-
mitte bleiben.
Und das war unser Verhängnis! Es dauerte nicht lange, da machte es grrrrr und malm...
Ich höre sie heute noch die permanenten Fragen unseres damals ca. 5 Jahre alten
Sohnes. Papa, was ist eine Sandbank?
Eine Sandbank ist eine Stelle, von der man trotz schaukeln und alles, was einem so
einfällt, nicht mehr runter kommt.
Verzweifelte Rufe an Angler oder Spaziergänger blieben erfolglos.
Ja, bis eine holländische Familie mit einem Doppelschubfrachtkahn kam. Also kein
normaler Flussschiffer - es waren 2 Kähne zusammenhängend.
Und die haben uns in ca. 30 Minuten freigeschleppt. Ganz sensibel mit Seile umhängen
usw. Als Dank haben wir der Familie mit 2 schulpflichtigen Kindern, die auch stark in die
Rettungsaktion eingebunden waren, ein Paket mit Kugelschreiber, Lineale. Geodreiecke.
Müsliriegel und was wir noch alles so dabei hatten (für Schleusenwärter(innen) und Kinder,
hochgeworfen.
Und die haben sich vor Dankbarkeit schier nicht mehr eingekriegt.
Das war uns dann nochmal  peinlich.
Dem Boot war im übrigen nichts passiert.

Gruss
HJ

Offline Peter

  • Verified User
  • VIP Member
  • *****
  • Beiträge: 737
  • Lächeln ist eine sympathische Falte
Seit knapp einem Vierteljahrhundert immer wieder auf dem Shannon und Erne, da kommen  schon einige Geschichtchen zusammen. Und dabei sind nicht wenige, die man seinen Enkeln lieber nicht erzählen darf, wenn nicht der Ruf als "anerkannter Seefahrer" für immer dahin sein soll.
1991, Samstag Nachmittag in Banagher bei SL. Mein Freund (zum ersten Mal dabei) und ich sind im SL-Büro bei den
Übernahmeformalitäten, die Frauen downtown, um den Proviant für die ersten beiden Tage einzukaufen.
Nach dem Papierkram eine kurze Einweisung in neuen Bootstyp "Silver Crown", der damals zu den größeren auf dem Shannon gehörte. Auf eine Einweisungsfahrt wurde verzichtet - es war nicht das erste Boot von SL.
Das Gepäck war schon verstaut, von unseren Besseren Hälften aber weit und breit nichts zu sehen. Also stand einer kurzen Fahrt nichts im Wege, zumal ich erpicht darauf war, meinen Freund zum einen in die Geheimniise des Bootfahrens einzuführen, aber auch zum anderen meine Seemannschaft nicht unter den Scheffel zu stellen.
Also fuhren wir einige Manöver auf freier Strecke, als wir von weitem unsere Frauen mit ihren Einkaufstaschen sahen.
Also noch schnell ein Not-Stopp-Manöver. Volle Kraft Voraus und sofort auf  Volle Kraft Zurück. Der Kupplung musste das ab können, da aus besonderem Stahl - das oder so was Ähnliches faselte ich jedenfalls meinem Freund vor.
Gesagt - und frisch ans Werk. In Höhe von Bird Island Voll Stoff upstream und sofort Volle Kraft Zurück.
Es machte Knack und das wars. Der Motor lief, aber das Boot trieb steuerlos flussabwärts, zum aber Glück in die Büsche am linken Ufer. Hier konnten wir an Zweigen festmachen und mit der Ursachensuche beginnen. Ein Blick in den Motorraum genügte. Der vordere Teil der Welle drehte sich, der achtere überhaupt nicht. Klasglare Diagnose: Bruch der Kupplung.
Das Dinghy hatten wir natürlich nicht dabei, also Notflagge raus und über das Heck gespannt. Und das 200 Meter von der Marina entfernt - also in Sichtweite, peinlich, peinlich.
Unsere Frauen, die unsere Lage bemerkt hatten, machten die SL-Leute darauf aufmerksam. Und nach einer halben Stunde lieferte uns ein Schlepper am SL-Anleger ab - ein Highlight für die "Sehleute" auf den anderen Booten.
Die Mechaniker sahen sich die Sache an und schüttelten ihre irischen Schädel..
Aber dann kam das erhoffte "No problerm" - aber heute wird damit nichts mehr. Also am Montag? No, morgen am Sonntag um 10 Uhr. Und tatsächlich, am Sonntag Vormittag wurde unser Boot aus dem Wasser gehoben und in der Werkstatt an der Gebäuderückseite gingen drei Mechaniker ans Werk. Schnell stellte sich heraus, daß man Spezialschrauben benötigte, die man mit dem Motorrrad in Athlone besorgte. Und das alles an einem Sonntag - mit dem Verlust der Kaution hatten wir uns schon abgefunden. Da wir sowieso nicht helfen konnten, gingen wir ins Winehouse an der Brücke, wo junge Musikanten und Sänger ihr Bestes gaben. Um 3 pm zurück zu SL. Und siehe da - unser Silver Crown schaukelte schon wieder im Shannonwasser.
Mit düsteren Vorahnungen ins Büro - und man glaubt es kaum: die Reparatur kostete nichts. Händeschütteln und "Have a nice trip". Uns fielen gleich mehrere Steinbrüche vom Herzen. Schnell noch zum Einkaufsladen gleich neben dem Shannon Hotel und jeweils eine Flasche Paddy für jeden Mechaniker wechselte den Besitzer.
An diesem Nachmittag kamen wir noch bis Shannonbridge und bei Killeen´s wurden dann die Erlebnisse rekapituliert - natürlich mit den diversen Ausschweifungen und geistigen Getränken.
In Zukunft werde ich in der Neutralstellung des Fahrhebels immer langsam  "einundzwanzig" sagen - versprochen.

Hello Captain