Shannon-Forum

Autor Thema: Meine duemmsten/peinlichsten Momente als Freizeitkapitaen  (Gelesen 43856 mal)

Offline paolo

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Hey Stevie,
das schreit geradezu nach einem "LIKE"-Button, den musst du unbedingt noch einbauen  ::) ::) ::)

Klasse Stories, da freut man sich direkt wieder auf's Bootfahren !!!
paolo
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Offline Frank & Steffi

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  • ... und natürlich unsere drei Kleinen!
... kann ich nur bestätigen! Mir juckt es auch nach jedem dieser Postings -, oder soll ich besser sagen: nach jeder Eurer tollen Offenbarungen - im Finger, um so etwas in der Art zu schreiben wie:
GENIAL!!! MEHR!!! DANKE!!!
Also, wenn Du so einen Button einbauen kannst - HER DAMIT!!!!

Schönen Abend und
viele Grüße
Frank


... und sind wir nicht daheim, dann sind wir auf dem Sonnendeck - oder wenn´s ganz arg regnet auch mal unter Deck ;)

Offline oliver k.

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  • ....könnte gleich wieder losfahren!!
    • Die Tourseite
.... mir juckt es auch nach jedem dieser Postings im Finger ....

....dann tu doch mal was gegen das "Jucken" und schreib's raus!! Oder genierst Du dich.?  ;D
Sag jetzt aber ja nicht, Du hast auf deiner "dümmsten/peinlichsten Momente-Skala" noch keine "Markierungen".   ;)
Oder juckt dir nur der Finger um den Button zu drücken?

Ich hätte da noch einiges zu schreiben. Aber das teile ich mir ein. Das gibt es Stück für Stück. Der Thread soll sich ruhig noch 'ne Weile hinziehen.

Grüße
   Oliver
  
« Letzte Änderung: 10.09.2012, 21:58 von oliver k. »
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Offline Frank & Steffi

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  • ... und natürlich unsere drei Kleinen!
Hi Oliver,

... ne ne, hab´ da schon so einiges  ;) ;D
Muß mal sehen, was davon "Forumsgeeignet" ist!  ;D 8)

Schönen Abend
Frank

Aber den Button fände ich dennoch toll... :D
... und sind wir nicht daheim, dann sind wir auf dem Sonnendeck - oder wenn´s ganz arg regnet auch mal unter Deck ;)

Offline oliver k.

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  • ....könnte gleich wieder losfahren!!
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.... kannst ja jugendgefährdende Begriffe "rauseditieren".   ;D

Oliver
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Offline paolo

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Hier noch der Vollständigkeit halber mein Schwanenerlebnis, sonst versauert das noch im falschen Thread :)

***

Vor 1 1/2 Jahren habe ich mal im See vor der Portora-Schleuse zwei (altersschwachen?) Schwänen beim langwierigen Flugstartversuch nachgeschaut, und habe dann den mitten im See liegenden  Marker voll umgenietet. Der steht heute noch ziemlich schief... War ein fetter Rumms, ich dachte zuerst, ich wäre auf eine Betonmauer aufgefahren.

Zum Glück waren keine Zuschauer und kein Warden anwesend, sonst wäre mir erstens ein riesen Gelächter und vermutlich auch eine Kontrolle sicher gewesen, hahaha.
Glück gehabt :)

Lieben Gruss an alle Freizeitkapitäne !
paolo

Ps: Mein Noble Cadet hat damals übrigens keinen nennenswerten Schaden davon getragen, nur der Gummirand am Bug war ein wenig verrutscht
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Offline Anitram

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Wir sind ja auch schon ein paar Jahre auf Shannon und Erne unterwegs, aber unsere ersten Hausboot-Erlebnisse hatten wir in der Camargue.
Es war Anfang April 2005 und wir kamen mit unserem Caprio-Hausboot aus Richtung Sète und wollten nach Aigues Mortes. Es gibt 2 kleine Kanäle, die vom Hauptkanal zur Stadt führen und natürlich wollten wir den ersten in unserer Richtung nehmen.
Es war nachmittags ca. 15:30 Uhr, strahlender Sonnenschein, wenig Betrieb auf dem Wasser.

Plötzlich ein Schrei von Matthias am Steuer: "Schnell alle nach draussen, alle an die Leinen!"
Was war passiert? Im relativ schmalen Kanal kam uns ein breiter Frachtkahn, beladen mit Salz aus Aigues Mortes, zügig entgegen. Leider war kein Anleger in Sicht, hinter dem wir uns hätte verstecken können und auch kein Seitenarm. Drehen war nicht mehr möglich...

"Da," schreit Matthias "in die Lücke muss sie rein" (eine kleine Auswaschung im Ufer). Also fährt er unser Schiffchen so schnell es geht, mit so wenig Tempo wie noch möglich in die kleine Lücke.
Im gleichen Moment springen die Kinder und ich mit den Leinen an Land und ziehen das Schiff hinter uns her fast auf die Wiese ;) und da ist der Frachter auch schon neben uns :o
In 20 cm Abstand fährt das Salzschiff langsam an uns vorbei, die Mannschaft grinsend auf Deck ;D
Erst jetzt wird uns bewusst, dass neben uns auf Land die Autofahrer stehen geblieben sind, um zu sehen, wie wir über den Haufen gefahren werden!!!!
Hat zum Glück nicht geklappt :P
Am Anleger in Aigues Mortes haben wir dann erst mal unseren Adrenalinspiegel runtergefahren und gründlich in die Karte geschaut.
Tatsächlich! Zwischen 15 und 17 Uhr darf man diesen Kanal eigentlich nicht befahren, weil dann die Salztransporte unterwegs sind! Das hatten wir übersehen und es hatte uns auch niemand darauf hingewiesen.
Gut, dass es am Erne keine Salztransporte gibt!!!

Offline oliver k.

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  • ....könnte gleich wieder losfahren!!
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Gut, dass es am Erne keine Salztransporte gibt!!!

.... dafür aber Ruderboote!!   >:(

Ist uns dieses Jahr auf dem SEW pasiert. Werde ich später sicher noch posten.
Wer nicht warten kann oder will, Tourtagebuch 2012 / Tag-2 "Die Ruderbootattcke".

Grüße
   Oliver
 
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Offline bádoir

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 ;D  Ui, der Thread läuft ja spitzenmäßig!
Da muß ich mein Gewissen auch noch weiter erforschen.......

Offline Herbert47

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Na gut, dann "Hose runter"!

Anno 1991war's, der zweite Trip nach Irland. Bei CC eine Clare ab Banagher gebucht. Unser damaliger Steuerraddreher (Captain wäre vermessen) übernahm mit uns ein nagelneues Boot mit 5 Betriebsstunden. Der irische Einschuler war hoch erfreut als er hörte "No Instruktion, i am a very good Driver". Daher nahm er dankend das Glas Jameson entgegen und schickte uns zur Tankstelle am Ende des Steges. Unser Liegeplatz war leider der letzte bei der Uferböschung. Mit stolz geschwellter Brust schob unser Driver rückwärts aus der Lücke und mit gekonnten Gasstößen zwischendurch fuhr er wirklich super Richtung Böschung im Retourgang. Das logische Ergebnis: Heck mit Schwung auf die Böschung rauf.
Der kleine Ire war zuerst damit beschäftigt, daß bei dem Rumpler kein Tropfen Whiskey aus dem Glas kam, dann meinte er: Jes, you are a very good Driver.
Das Ende der Geschichte: nach dem Tanken gab es drei Strafrunden vor der Marina und unser Spezialist hört den very good Driver heute noch bei jeder Gelegenheit.
PS: Dank des "Deppenschutzes" vor der Schraube ist nichts passiert.
LG
Herbert aus NÖ

Offline vietsinn

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Denn mal los!

April 2007 - die Schmach von Lanesborough

Auf meinem dritten Bootsurlaub waren wir mit drei Waveprincesses von Waveline unterwegs.
Nach 2004 mit zwei Booten von Waveline und 2005 einer Elegance von ESL zum ersten mal als echte "Flotte"...
Drei Boote, das waren meine Eltern - mein Vater der alte Seebär hatte bereits einige Boots-Angel-Touren hinter sich.
Das waren gute Freunde auf ihrem Jungfernturn mit jede Menge Mut.
Und das waren meine damalige Lebensgefährtin mit mir, auserkoren immer vorzufahren.

Sonntag, es geht los, ein herrlicher Lough Ree lädt bei bestem Wetter zum überqueren ein.
Mit viel Wasser unterm Kiel und jede Menge Platz nach allen Seiten fühlen wir uns wie Kapitäne, die niemals etwas anderes getan haben, als irisches Gewässer zu befahren.

Dinge untereinander absprechen? Wozu? Die mitgebrachten - und an jeden Skipper verteilten - Walkie Talkies funktionieren unter Deck eh nicht.

Nach drei bis vier Stunden: Lanesborough, der "neue Hafen", nahezu leer, gehört uns.
Wind? Na und? Ist doch genug Platz! Mal eben rückwärts in eine der Parktaschen rein!

Genau diese Gedanken hatten wir wohl unabhängig voneinander alle drei...
Verbunden mit dem deutschen Gedanken, stets ein Rudel zu bilden, holte uns die Realität schnell ein.

Mir als erstem Boot gelang durch den landaufwärts blasenden Wind das erste Anlegemanöver nicht, wir trieben vom seitlichen Steg landwärts weg. "Kein Problem!", mal eben nach vorne ziehen und ein neuer Anlauf!

Es gab kein vorne mehr... Genau vor uns hatte gerade mein Vater seine Position erreicht, um rechts neben uns einzuparken. Rechts neben uns gab es allerdings nicht (mehr), da waren nun - dank des Windes - wir...

Kein Grund zur Panik! Dad kann doch ohne Probleme was zurück fahren um mir Platz zum manövrieren einzuräumen.
Für das Boot meines Vaters gab es jedoch kein zurück...

Unser Skipper von Boot drei hatte - beeindruckt ob der Lässigkeit unserer Fahrweise und dem Mut zur Tat bei seinem ersten richtigen Anlegemanöver - nicht zurückstecken wollen, und war brav und zügig gefolgt, um sich nun direkt hinter dem Boot meines Vaters wiederzufinden...

Durch die tatkräftige Hilfe von Willi (hier aus dem Forum (auch beinahe korrekt nachzulesen in dem Reisebericht auf Tina´s und Willi´s Seite)) konnte unser Boot anlegen.

Papas Boot treibt jedoch unaufhaltsam an Land. Der schwarze Marker und die Metallmatten am Ufergrund stoppen diese Fahrt...

Tina und Willi helfen schliesslich unserem Skipper von Boot drei das Boot an den Steg zu bekommen und auch mein Vater schafft es zurück vom Ufer an den Steg.

Nach einem Telefonat mit Anita von Waveline, prüfenden Blicken in das Bootsinnere konnten wir später weiterfahren um dann in der geschlossenen Schleuse von Rooskey zu übernachten.

2009 sind wir übrigens mit fünf Booten nach Lanesborough zurückgekehrt und konnten - dank genügend Abstand beim anlegen - nun "glänzen"...

Viele Grüße!

Dierck
Ireland here we come!
Lead us through the sun
Show us your country up and down
Make us welcomed in every town
And let the folks and us have lots of fun!
(Verse für Irland)

Offline bádoir

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Badoir, hätte gern deinen Gesichtsausdruck gesehen, als die Erleuchtung plötzlich über dich herein brach... :)


Der wäre im Rauch zum Glück wohl nicht zu erkennen gewesen. :)

Das war nun wirklich oberpeinlich, aber etwas hätte ich noch. Das war genau so dämlich; es war allerdings am  zweiten Tag meines allerersten Bootsurlaubs und ist obendrein nach 21 Jahren längst verjährt.

Mutig ging es seinerzeit zur Jungfernfahrt, meine Erfahrungen bis dahin beschränkten sich auf Ruderboote im naturgemäß strömungsarmen Bodensee.

Nach einer Blitzeinweisung (Ablegen-Wenden-Anlegen) ging es los. Der Shannon bot keine Schwierigkeiten, dafür war aber Lough Ree  übelst gelaunt. Nach der Hölle von Lough Ree habe ich mich stillschweigend schon mal zum Admiral befördert, wer oder was konnte mir noch etwas anheben? In Lanesborough machte ich vor dem Anlegen schon mal in gutem Abstand oberhalb der Brücke die Wende und legte  mit Bug Richtung Lough Ree am Kai an. Nach einer wohlverdienten Pause sollte es wieder zurückgehen.

Mit dem Heck in die Strömung anzulegen, ist ohnehin nicht optimal, aber dann kam der Hammer: Beim Ablegen machte ich die Heckleine zuerst los, und es kam, was kommen mußte: Langsam bewegte sich der Heck vom Land weg. Bevor ich reagieren konnte, hat aber der Skipper hinter mir das Malheur erkannt und mit dem Bootshaken die Heckleine geangelt und wieder festgemacht.


Mit ihm ergab sich dann noch ein netter Ratsch. Nachdem er auch schon in Griechenland unterwegs war, waren die Themen unerschöpflich.

Aber zwei Sachen habe ich ein für alle mal gelernt:

Immer erst die Leine stromab losmachen (was am schnell strömenden Barrow noch viel wichtiger ist).

Und die zweite: Sich nicht über Anfängerfehler mokieren, sondern schnell zur Hilfe eilen. Mehr als einmal habe ich auf diese Weise ganz patente Skipper kennengelernt.
« Letzte Änderung: 12.09.2012, 13:55 von bádoir »

Offline paolo

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Spitzenmässige Stories!!!
Selten so gut gelacht, kennt man das doch irgendwie alles irgendwie ein bisschen...

Stevie. du solltest einen Preis ausloben, für die beste Geschichte, die in diesem Thread gepostet wird. Preisverleihung dann zu Weihnachten, haha.

Hoffe auf weitere herunter gelassene Hosen,  weiß gar nicht, welche ich im Moment favorisiere. Die sind alle saugut :)

paolo
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Offline Volpi

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Augen auf beim Kartenlesen ...
« Antwort #28 am: 12.09.2012, 17:47 »
SEW - Haughtons Shore - Oktober ...

Nach wie allermeistens einer guten Nacht und einem ausgezeichneten Frühstück wollten wir uns weiter auf den Weg machen Richtung Erne.
Der Kapitän machte den morgendlichen Check und ich brachte die Kombüse wiede rin Ordnung. Kann ich schon ablegen fragte meine bessere Hälfte. "Klar"  sagte ich "wie besprochen Richtung Norden" und "ich komme dann auch gleich nach oben". Gleich waren in diesem Fall vielleicht so gute 5 Minuten.
Als ich dann gemütlich meinem Kapitän über die Schulter schaute und fragte, wo wir denn sind, sagte er auf die Karte deutend :"Ja ,da". Ich sah mir die Karte mit dem heutigen Reiseweg an und verglich mit dem was ich sah. Ich sah in diesem Fall unser Boot in einer beachtlichen Bucht und nicht auf dem Kanal wo wir sein müssten.

Lange brauchte ich mich nicht wundern, denn das Boot bewegte sich nicht mehr viel. Trotz Vollgas vor und wieder zurück (Mein Kapitän vermutete Tang an der Schraube) tat sich nichts mehr. Da auch mein Blick auf die Karte mir einen seichten , nicht einzufahrenden, Uferstreifen signalisierte nahm ich gleich an, dass wir auf einer Sandbank sitzen.

Alles Schauken und Hüpfen nutzte nichts. Was tun? Marina anrufen und berichten was passiert ist. Auf Hilfe warten, was im Oktober recht lange dauern kann und wir ja auch nicht direkt an der Wasserstraße lagen. Nein, der Kapitän enterte das dieses Mal recht nützliche Dingi  8) und begann,  im nun leicht einsetzenden Regen, zurück zum Hafen zu rudern. Dort lag bei unserer Abfahrt eine Barge mit vielen jungen Leuten an Bord. Konnten die uns helfen?

Nach einer Ewigkeit schien es mir, sah ich wirklich eine Barge in unsere Richtung tuckern und erkannte meinen Kapitän an Deck. Natürlich kamen sie nicht direkt an unser Boot sondern blieben eine Leinenlänge entfernt. Mein Mann stieg wieder ins Dingi und mit einer Leine ruderte er wieder an unser gestrandetes Boot. Die Leine wurde an einer Heckklampe  festgemacht und unsere Retter legten den Rückwärtsgang ein und zogen uns sanft aus der mißlichen Situaltion. Nachdem wir wieder frei waren und ganz langsam in sicheres Gewässer zurückgefahren waren, dankten wir dem Deutschen...!, tranken zusammen einen ordentlichen Rettungsschluck Jameson und fuhren weiter unseres Weges.

Seit diesem Zwischenfall bin ich immer gleich mit als Lotse auf der Brücke. Und nur mit Karte!

 
 

Offline paolo

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Zwar nicht dumm oder peinlich, aber trotzdem bemerkenswert:

Vorletzten Samstag lag ich an meinem Lieblingsanleger Crom Castle. Mitten in der Nacht spürte ich im Schlaf, dass irgendwas an meiner Schlaf-Decke fummelte. Und das gehörte definitiv nicht zu dem Traum, den ich gerade träumte.
Ich wurde wach, zunächst noch regungslos, während immer noch an mir rumgefummelt wurde.
Dass das nicht Mutti sein konnte, war mir sofort klar, die war ja mal wieder Zuhause in Köln geblieben.
Und während ich immer noch in Windeseile überlegte, wer oder was das sein könnte, stieg das Etwas plötzlich auf meinen Bauch.
Das war zuviel.
Ich schreckte hoch und das Etwas drückte sich sofort von meinem Bauch ab und sprang auf die Kombüsenanrichte Richtung kleinem Kippfenster über dem Herd, welches wie immer offen stand. Inzwischen hatte ich den Lichtschalter über mir angeschaltet  und ich sah ein etw 40-45cm langes dunkles Tier, das in Panik einen Satz zum Kippfenster machte, aber keinen Halt fand und im Herunterfallen Thermoskanne, Teekessel und eine nicht weggeräumte leere Bierdose vom Vorabend umschmiss.
Ich schoss aus meiner Salonkoje der Carlow Class, sprang die vier Stufen zum Steuerstand hoch, riss die unverschlossene Tür auf und rief nach unten: "Komm her Kätzchen, hier raus ist's einfacher". Aber da war unten schon Ruhe, das Vieh hatte tatsächlich den Rückweg durch's Kippfenster geschafft.
Ich stieg wieder hinab und schaute ungläubig auf die schmale Öffnung des Fensters. Der Spalt war vielleicht sechs, sieben Zentimeter groß. Kaum vorstellbar, dass da eine Katze durchpasste.
Auf den Schreck goss ich mir einen kleinen Schluck aus der Jameson Pulle ins Glas ein und wahrend der Whiskey meine Kehle hinunter floss, schloss ich das Fenster, stieg wieder in meine Koje und löschte das Licht.
Am nächsten morgen traf ich Jeroen und seine Frau Maria, die mit ihrem Boot Lady Mary direkt mir gegenüber lagen, auf dem Steg und erzählte Ihnen von dem nächtlichen Vorfall.
Jeroen meinte, ob ich sicher sei, dass das eine Katze gewesen sei, sie hätten am gestrigen Nachmittag einen Marder am Ufer gesehen...

Für mich war's eine Katze, vielleicht aber auch ein Marder, keine Ahnung...
Zwei Tage später lag ich wieder in Crom und ließ nachts beide Kippfenster in der Kombüse offen stehen. Aber es stellte sich kein nächtlicher Besuch mehr ein :)

paolo
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