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Alte und neue Erfahrungen mit verschiedenen Pubs entlang der irischen Wasserwege

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paddy:
Lieber Lutz
Einen Teil deiner Aussagen kann ich nachvollziehen und auch unterschreiben, aber warum nicht einfach mal berichten was man auf seinen Irlandtrips bei den vielen Pubbesuchen alles erlebt hat? Gerade in der Winterzeit, wenn wir alle höchstens von Irland träumen können, finde ich es schön und überhaupt nicht müssig zu lesen, was andere in Irland in den mir meist bekannten Pubs erlebt haben. Dass man aufgrund einer solchen Empfehlung nicht damit rechnen kann, einen ebenso tollen Abend zu erleben, ist wohl vielen regelmässigen Irlandfahrern bekannt. Die besten Sessionen enstehen meistens spontan und es braucht auch etwas Glück mal plötzlich mittendrin zu sein. Umso schöner und bleibender dann das Erlebnis.

Bei diesen Berichten werden bei mir auch wieder Erinnerungen wach, zum Beispiel ans JJ in Banagher. Bei unserem letzten Besuch dort war aus der Sicht meiner Famile nicht die bekannte alte Dame am Klavier der Höhepunkt, sondern ein Pony, das plötzlich ins Pub gebracht wurde und seine nicht gerade wohlriechenden "Äpfel" vor der Theke platzierte. Der Barkeeper löste das entstandene Problem mit Schaufel und Besen und warf die ganze Sache ins brennende Cheminée. Dies trug zwar zu unserer Erheiterung bei, aber nicht zu einer besseren Luft. ;D

Deshalb lieber Lutz, haben diese Berichte aus meiner persönlichen Sicht absolut was Gutes und helfen mir, die lange Leidenszeit bis zur nächsten Irlandfahrt zu überbrücken.

vorweihnachtliche Grüsse aus der Schweiz
paddy

Panta Rhei:
Hallo Lutz, ja, prinzipiell hast du schon Recht. Mich nervt das auch manchmal, wenn so nostalgische Töne anklingen. So nach dem Motto: Früher war alles besser. Diese Good-Old-Ireland-Schwelgerei erinnert mich dann an irgendwelche Leute bei uns, die auch behaupten, dass früher angeblich alles noch viel schöner war. Wenn du aber jemanden fragst, ob er da leben möchte, dann hat er doch keinen Bock drauf und findet die Gegenwart doch nicht so schlecht.

Andererseits finde ich es schon legitim, sich hier drüber auszutauschen, in welchem Pub und zu welcher Tageszeit und an welchem Wochentag die Wahrscheinlichkeit am größten ist, eine gute Mucke zu erwischen. Das hat nichts mit All-inclusive-Mentalität zu tun, sondern einfach damit, dass es schon manchmal auch frustrierend ist, wenn man sich auf "Live Music Tonight" freut, dann kommt irgendwann ein angelaschtes Musikerduo, das um halb elf erst mal das Auto auslädt, das Equipment aufbaut, und nach 3 Songs ergreift man dann die Flucht, weils einfach öde ist. (Das liegt vielleicht auch da dran, dass ich selber Musiker bin. Jeder ist vielleicht bei seinem eigenen Beruf am empfindlichsten, der Metzger ärgert sich auch am meisten, wenn er woanders schlechte Wurst vorgesetzt bekommt. Und du hast wahrscheinlich auch in manchen Gebissen schon richtigen Pfusch vorgefunden, wo du nur noch den Kopf geschüttelt hast, dass da jemand Geld dafür bekommen hat.)

Wie dem auch sei: Ich finde es gut, sich drüber auszutauschen, und ich höre es dann mit einer gewissen Hoffnung, wenn andere berichten, dass die richtig guten Mucken noch nicht ausgestorben sind, sondern dass man einfach nach wie vor Glück oder Pech haben kann. Das ist doch schon eine Aussage. Sonst befürchtet man, so wie ich, dass vier oder fünf öde Alleinunterhalter hintereinander schon einen Trend bedeuten. Und das wäre wirklich schade.

In diesem Sinne: Einfach immer wieder in die Pubs gehen. Es ist wie im Stadion: Man muss einfach auch mal 4 oder 5 schlechte Kicks anschauen, bis man wieder mal ein richtig elektrisierendes Fussballspiel erlebt. Bitte weitere Tipps, wo gute Bands gespielt haben.
 

Anitram:
Ich finde es auch schön, hier über gute und schlechte Pubs zu lesen, egal,
hauptsache über Irland! ;)

LG
Martina

Sven vom Festland:

--- Zitat von: Anitram am 09.12.2006, 22:05 ---Ich finde es auch schön, hier über gute und schlechte Pubs zu lesen, egal,
hauptsache über Irland! ;)

LG
Martina

--- Ende Zitat ---
Hallo,
es gibt keine guten oder schlechten Pubs. Es ist alles eine Frage des Geschmacks. Und der ist zum Glück sehr unterschiedlich.
Am Besten sind sowieso die ungeplanten Erlebnisse. Man kann nicht irgendwo hin gehen und erwarten dass es ein einmaliges Erlebnis wird. Die besten Erlebnisse entstehen durch Zufall und sind unabhängig vom Ort. Wenn es in einem Pub besonders toll war, dann kann man nicht erwarten, daß es beim nächsten Mal wieder so ist. Man sollte aber dann auch nicht enttäuscht sein und sagen, da geh ich nicht mehr hin. Schließlich und letztendlich ist es auch von der eigenen Stimmungslage abhängig. :P
Gruß
Sven

bádoir:

--- Zitat von: Tina am 08.12.2006, 10:26 ---PS: Noch eine Bitte an dich: Schalte doch den Lästermodus ganz einfach aus, wenn du mit mir redest. Es ist nichts Unanständiges, nett zu sein ;) und macht es verständlicher, was du eigentlich sagen möchtest.


--- Ende Zitat ---

Liebe Tina!

Was verlangst Du von mir????????

1. ist der Lästermodus fest im  Betriebssystem verankert und
2. kann ich mich beruflich genug mit trockenen Veröffentlichungen herumschlagen und
3. würdest Du Dich dann bald benachteiligt fühlen.

Nein, Tina, das möchte ich nicht, außerdem ist es gut zur Abhärtung ;)

bádoir is good for you!    ;D

Aber ich will Dir nicht alle Streicheleinheiten versagen. Du hast recht, Du hast zu Gertie´s einst nur geschrieben:
 
--- Zitat ---"Und zu alledem fand ich den Pub äußerst unirisch, .."
--- Ende Zitat ---

OK, man könnte nun nitpicken, ob "unirisch" nicht dasselbe wie touristisch ist, aber die Tatsachen haben wohl diese Diskussion überholt, denn was ich im letzten Jahr an frisch gemauerten Fundamenten dort gesehen habe, läßt Böses ahnen. Der kleine Biergarten am Fluß wurde auch schon dem Keltentiger zum Fraß vorgeworfen. Ich denke, das ist jetzt sowieso zum Vergessen.


So, und jetzt an alle:

Tina schrieb:


--- Zitat ---Ich habe nichts gegen Pubs, in denen Touris sind, bin doch selber eine , und habe meines Wissens auch nie sowas in dieser Richtung gesagt. Ist es nicht auch mal nett, in gemütlicher Atmoshäre mit anderen Bootstouris zu quatschen?
--- Ende Zitat ---

Das läuft auf die interessante  Grundsatzfrage hinaus: Darf ich als Tourist etwas gegen Touristen haben?

Meine Antwort: JA!

Gemach, Leute, und bitte zu Ende lesen: Wollte ich unter Hunderten  von Touris aufgereiht am Strand auf der reservierten Liege vor mich hinvegetieren, würde ich nach Mallorca, Ibiza, Rimini usw. fliegen. Ich will das nicht, also verbringe ich zu einem mehrfachen Preis meinen Urlaub auf dem Wasser  in Irland. Natürlich würde die irische Tourismuswirtschaft  mit mir allein nicht leben können :D

Aber ich gehe davon aus,  hier  den  eher engagierten Touristentyp (wie auch in diesem Forum) vorzufinden, der sich  für Land und Leute interessiert. Und mit denen mag ich genauso (wie auch in diesem Forum) ein paar Worte wechseln. Interessant ist für mich aber auch  die bunte Mischung der Nationen; wo eine vorherrscht, tut das nie gut.

Dort, wo  am Ende der Livemusik die irische Nationalhymne gespielt wird, und dann ein paar Leute mit "Einigkeit und Recht und Freiheit" losgrölen, ist der Abend für mich erledigt.

Überhaupt scheint es im deutschsprachigen Raum einige Gegenden zu geben, in denen die Leute, möglicherweise durch einen genetischen Defekt, alle schwerhörig sind. Anders kann ich mir  die penetrante Lautstärke solcher Zeitgenossen nicht erkären. Nur die Schweizer scheinen hier generell eine Ausnahme darzustellen; vielleicht  hängt das mit der frühzeitigen Erfindung des Alphorns zusammen ;)

Ich kann mir einfach nicht erklären, warum man in einem Supermarkt über mehrere Regalreihen hinweg  laut plärrend seine Entdeckung kundtun muß, daß dieses und jenes hier 1 cent billiger ist. Da dieser Touristentyp ja immer im großen Pulk unterwegs sein muß, ist er besonders auffällig. Penetrant wird es dann im Pub, wo man ungewollt von 2-Meter-Hechten erfährt und von dem tollkühnen Unterfangen, Loch Marrave bei Windstärke 3 zu durchqueren.

Das sind die Dinge, bei denen meine  Speiseröhre auf Umkehrschub schaltet.

Was das Ursprungsthema anbetrifft, hat für meine Begriffe Lutz das Ganze gut auf den Punkt gebracht. Es ist ganz einfach die Kunst, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein.

Beispiel: Nicht geteert und gefedert hätte ich den Geheimtipp eines Pubs preisgegeben, das, obwohl direkt an einem großen Hafen gelegen, meiner Idealvorstellung sehr nahe kam: Rund um den Kamin (nein, kein gasbetriebener!) trafen sich  Einheimische und musizierten, dann und wann machten auch gerade Angereiste mit und spielten etwas aus ihren Herkunftsländern. All das war großartig, bis das Pub auf "pflegeleicht" umgebaut wurde, und solche Aktivitäten des Nettogewinns wegen unerwünscht wurden. Nun dürft ihr auch den Namen wissen: Spinnaker, Dún Laoghaire.

Zweifellos ist es abseits der Touristenströme leichter, einen schönen Livemusikabend zu erleben.

Im Prinzip ist richtig, was Stevie schreibt:


--- Zitat ---Ansonsten: Wer Irish Folk hören will, sollte gerade die von Touristen geprägten Kneipen aufsuchen. Diese Musikrichtung ist in Irland nämlich zur Zeit etwas "out" und bei den Einheimischen nicht gerade auf Platz 1 der Beliebtheit.
--- Ende Zitat ---

Aber was ist schon dabei?  Für meinen Teil zumindest möchte ich im Urlaub nicht der Vergangenheit hinterherlaufen, sondern für 2 oder 3 Wochen am irischen Leben teilnehmen- und da gehört Rockmusik halt auch dazu. Traditionelles wird in Irland deswegen so schnell nicht aussterben; zur Not habe ich auch noch über 300 irische Cds daheim. Also, was soll´s? Und die allerschönsten Irish sessions habe ich ohnehin in den "wee days" zwischen Weihnachten und Neujahr erlebt.

Meine irisch-entspannte Meinung zum Thema.

bádoir
PS @ Lutz
Was Dich vielleicht interessiert: Die Bücherliste habe ich nicht vergessen, sie wächst und gedeiht

Was Dich vielleicht nicht interessiert:
--- Zitat ---...wie mit der Erfahrung z. B. mit Helge     Schneider, entweder, man kann sich von vornherein und generell darüber totlachen und es gut finden, oder man findet es völlig daneben, es gibt nix dazwischen,....
--- Ende Zitat ---

Vor die Alternative gestellt, würde ich erstes eindeutig bevorzugen, doch ziehe ich dem Spontanableben die Betätigung des 13. Programmknopfes an meinem Fernseher vor. Da steht OFF drauf.  ;D





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